Zur Geschichte der Baumwiese
Lieber Gast,
gestatten Sie uns heute, unser Haus kurz vorzustellen und Ihnen die Frage zu beantworten, warum wir mit Fug und Recht sagen dürfen, zu den traditionsreichen und bekanntesten Dresdner Gasthäusern zu zählen.
Das Baumwiesen-Grundstück - und dazu gehörte neben dem Gasthof auch die davor liegende Wiese und der Weinberg am Hang darüber - kann auf eine bewegte und wechselvolle Geschichte zurückschauen, die eng mit der Residenzstadt Dresden verknüpft ist. Einst ging über diese Wiese, die der Boxdorfer Gregor Rarisch von 1565 bis 1602 vom Kürfürsten gepachtet hatte, der stärkste Wildwechsel von der Jungen Heide zu den Tränken. Aus den Urkunden wissen wir, dass sie daher noch im 16. Jahrhundert Bahnwiese („Wildbahn“) genannt wurde. 1665 erschien erstmals der Begriff Baumwiese.
1637, während des Dreißigjährigen Krieges, entstanden die Weinberge hinter dem Haus; initiiert vom Hofjägermeister Adolph von Ziegesar. Mit Fertigstellung 1680 errichtete man das grosse Fachwerkhaus am Hang.
Urkundlich 1679 festgestellt, verwehrte hier der „Sonnenweiser“, ein Zolleinnehmerhaus mit Schlagbaum, auf königliches Geheiss, die ungehinderte Weiterfahrt. Gleichzeitig erhielt aber das Haus „mit dem Privileg vom 12. Juli 1679“ als Schankstätte „die allergnädigste Erlaubnis zum Ausschank vom Dresdner Biere und dem Weine“. So entwickelte sich die Zollstation zum Gasthaus.
Wiese, Weinberg und Gasthof wanderten fortan, oftmals getrennt voneinander, von Hand zu Hand. Erst dem Hoflößnitzer Winzer Georg Trobisch war es vorbehalten, die drei Besitztümer 1821 wieder zu vereinen. Mit der Reblauskatastrophe zwischen 1886 und 1907 erlosch jedoch der Weinbau.
1876 ersetzte das heute noch bestehende Gebäude den Fachwerkflügel am Augustusweg. 1913 baute man den Saal um und pflanzte die Linden im Gästegarten.
Ein trauriges Kapitel begann 1973 mit dem Erwerb der Liegenschaft durch das VEB Spezialbaukombinat Wasserbau Weimar, als Sitz der Oberbauleitung Talsperrenbau. Haus und Grundstück verfielen mangels weiterer Pflege zusehens, was schließlich 1988 zur Schließung der Gaststätte führte. Ab 1989 versuchte die VEB Wägetechnik Rapido Radebeul den arg ramponierten Namen Baumwiese wieder aufzupolieren - vergeblich. Die Idee, die Baumwiese als Feriendomizil auszubauen musste mit der Wende aufgegeben werden.
1993 schließlich erwarb die Familie Schneider aus Schwaben das Grundstück mit der langen und bewegten Tradition. Die neuen Besitzer nahmen sich vor, das Geschichtliche zu erhalten und mit ansprechender Gastlichkeit zu verbinden.
Wir meinen, das grosse Engagement kann sich sehen lassen! Heute erstrahlt die Baumwiese hinter ihrer denkmalgeschützten Fassade wieder als historisches Gasthaus mit angegliedertem Landhotel.


